Verhandelt wurde vor einem sogenannten Schöffengericht unter der Leitung einer vorsitzenden Richterin. Besonders bemerkenswert war die Zusammensetzung der Angeklagten: Insgesamt standen sieben jugendliche Straftäter vor Gericht, teils unterstützt von Dolmetschern. Dies machte deutlich, wie vielfältig und herausfordernd die Arbeit Justiz im Alltag ist.
Gegenstand der Verhandlung war der Vorwurf der versuchten absichtlich schweren Körperverletzung. Im Laufe des Prozesses wurden unter anderem Videoaufzeichnungen der Tathandlungen gezeigt, die den Ablauf des Geschehens dokumentierten und für die Zuschauerinnen und Zuschauer sehr eindrücklich waren. Die Konfrontation mit realen Straftaten und deren Aufarbeitung im Gerichtssaal hinterließ bei vielen Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck.
Auch in den Rückmeldungen der Klasse spiegelte sich diese Betroffenheit wider. So meinte Georg: „Erschreckend, dass solche Straftaten in unserer unmittelbaren Nähe passieren.“ Xenia ergänzte: „Verstörend für mich war die brutale Vorgehensweise der Täter.“
Der Lehrausgang bot somit nicht nur einen praxisnahen Einblick in das Rechtssystem, sondern regte auch zum Nachdenken über gesellschaftliche Themen wie Gewalt, Verantwortung und die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit an.