Verhandelt wurde ein Fall zum Thema nationalsozialistische Wiederbetätigung, in dem zwei Mitglieder der Rockergruppe Bandidos angeklagt waren. Sie hatten eine online bestellte Biker‑Kutte mit verbotenen Symbolen – darunter SS-Runen – in Besitz gehabt und wollten diese als Geschenk weitergeben. Die Geschworenen sprachen die beiden Angeklagten letztlich frei.
Der Besuch bot der Klasse wertvolle Einblicke in die Arbeitsweise des österreichischen Rechtssystems und zeigte eindrucksvoll, wie komplex und vielschichtig Gerichtsverfahren gestaltet sind. Besonders prägend war für viele Schüler*innen, das Prozessgeschehen unmittelbar mitzuerleben.
Schülerin Xenia E. schildert ihre Eindrücke: „Man liest viel über solche Fälle in den Medien, aber im Gericht zu sitzen und die Argumente direkt zu hören, wirkt ganz anders.“
Auch die Auseinandersetzung mit der Bedeutung historisch belasteter Symbole regte zum Nachdenken an. Eine Mitschülerin fasst dies reflektiert zusammen: „In der Verhandlung wurde sichtbar, dass Wiederbetätigung ein sensibles Thema ist, das man nicht einfach bagatellisieren darf – auch wenn es im Alltag oft nicht so wahrgenommen wird.“
Der Lehrausgang zeigte einmal mehr, wie wertvoll authentische Lernorte sind, um theoretische Inhalte des Unterrichts mit realen Erfahrungen zu verknüpfen.