Einblick in den Polizeiberuf Absolventinnen berichten aus der Praxis

 |  Zwei ehemalige HAK-Schülerinnen, Teresa und Nadja, gaben den Klassen 3HME, 2HME, 5ABHK und 4ABHK einen authentischen und ehrlichen Einblick in ihren Berufsweg nach der Matura: den Einstieg in den Polizeidienst. Die Veranstaltung war in zwei Teile gegliedert und bot sowohl spannende Informationen zur Ausbildung als auch wichtige Tipps zur Gewaltprävention.


Teil 1: Der Weg zur Polizei und der Berufsalltag

Die Referentinnen erklärten das Auswahlverfahren, das unter anderem Computertests, körperliche Fitness und charakterliche Eignung umfasst. Die zweijährige Ausbildung kombiniert Theorie mit intensiven Praxisblöcken und bietet bereits während der gesamten Ausbildungszeit eine attraktive Bezahlung sowie vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten.

Besonders interessant: Nadja hat mittlerweile eine Zusatzausbildung zur Drohnenpilotin absolviert, während Teresa unter anderem bei Auslandseinsätzen im Rahmen von PUMA (Polizeiliche Unterstützungsmaßnahmen im Ausland) eingesetzt wird. Diese Beispiele zeigen die vielfältigen Karrierewege innerhalb der Polizei.

Besonders betont wurden die Anforderungen im Berufsalltag:

  • Flexibilität und mentale Stärke sind unverzichtbar.

  • Verwaltungsaufwand darf nicht unterschätzt werden – Dokumentation gehört zum täglichen Geschäft.

  • Teamarbeit ist essenziell: „Man muss sich immer zu 100 Prozent auf den Dienstpartner verlassen können.“

  • Sportliche Fitness ist Pflicht, da jährlich Leistungsüberprüfungen stattfinden.

 

Die Absolventinnen sprachen offen über die Auswirkungen des Berufs auf das Privatleben, wie Schichtdienste, veränderte Freizeitgestaltung und die Bedeutung von Ausgleich durch Sport. Ein wichtiger Punkt: Mit der Zeit wächst man in die Rolle hinein – Charakterstärke und Empathie sind gefragt. Gerade weibliche Polizeischülerinnen sind sehr willkommen, da sie für bestimmte Einsätze „feine Antennen“ mitbringen.

Teil 2: Gewaltprävention im Alltag

Im zweiten Teil ging es um ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema: Gewaltprävention. Die Vortragenden beleuchteten verschiedene Formen von Gewalt – von digitaler Gewalt wie Cybermobbing, Stalking und Erpressung bis hin zu Gewalt im sozialen Nahbereich (Familie, Partnerschaft, Freundeskreis). Ein eindrucksvolles Video und die anschließende Diskussion machten deutlich:

Gewalt kann jede*n treffen, aber niemand muss allein bleiben.

Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt – Hilfe holen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut.

Praktische Tipps und Hilfsangebote wurden vorgestellt, darunter der „Stille Notruf“ (DEC-App), Frauen- und Männernotruf, Kinderhotline, Gewaltschutzzentren sowie die Notrufnummer 133. Die Botschaft: Nicht wegsehen, Hilfe suchen und Anzeige erstatten.

Fazit:

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Teresa und Nadja vermittelten nicht nur wertvolles Wissen über den Polizeiberuf, sondern auch wichtige Impulse für Zivilcourage und Gewaltprävention. Der Polizeidienst als Berufsfeld stieß bei den Zuhörerinnen und Zuhörern auf großes Interesse – ein Beruf mit Verantwortung, Herausforderungen und vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten.